Zerstörte Dörfer wieder aufbauen

Irak

Der syrisch-katholische Bischof, der chaldäisch-katholische Bischof und zwei syrisch-orthodoxe Bischöfe unterzeichneten eine Vereinbarung in Erbil, im irakischen Kurdistan, um den Christen zu helfen, deren Häuser 2014 vom IS zerstört wurden.  Die Idee kann nicht mehr nur als bloßer Traum abgetan werden. Die Hoffnung tausender irakischer Christen, die vor drei Jahren durch die kriminellen Überfällen des Islamischen Staates (IS) vertrieben wurden, dass sie eines Tages in der Lage sein werden, in ihre Häuser in den Ninive-Ebenen zurückzukehren, hängt davon ab. Mit der Unterzeichnungszeremonie am 27. März in den Büros der Chaldäisch-Irakischen Kirche in Erbil wurde eine Einigung zwischen drei christlichen Kirchen im Irak erzielt – der Syrisch-Katholischen Kirche, der Syrisch-Orthodoxen Kirche und der Chaldäisch-Katholischen Kirche – offizieller Sitz des Ninive-Wiederaufbau-Ausschusses (NRC), der mit der Planung und Überwachung eines Programms zum Wiederaufbau der christlichen Häuser beauftragt wurde.

Der Ausschuss besteht aus sechs Mitgliedern, die aus jeweils zwei gewählten Vertretern der oben genannten drei Kirchen sowie drei externen Experten besteht, die von der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN) vorgeschlagen wurden, die ihrerseits eine beratende Funktion hat und sich um die Beschaffung der Mittel kümmert.

Ein von KIRCHE IN NOT durchgeführtes professionelles Gutachten hat ergeben, dass mehr als 12 000 Wohnhäuser wiederhergestellt werden müssen, die vom IS verbrannt, zerstört oder teilweise beschädigt wurden. Die Kosten werden mehr als 200 Millionen Euro betragen. Die gesammelten Gelder werden jeder Kirche, im Verhältnis zur Anzahl der beschädigten Häuser ihrer Glaubensgemeinschaft, zugewiesen – die Berechnung ergibt sich aus dem Gutachten.

Nach der Unterzeichnungszeremonie betonte Monsignor Timothaeus Mosa Alshamany, der Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien und Abt des Klosters vom Heiligen Matthäus, die doppelte historische Bedeutung des Abkommens – einerseits der ökumenische Geist, der dies möglich gemacht hat, andererseits die tatsächliche Möglichkeit für tausende Christen zu ihren Wurzeln und einem Leben in Würde zurückzukehren. „Heute“, sagte er, „sind wir wahrhaft eine vereinte Kirche – Syrisch-Orthodox, Chaldäisch und Syrisch-Katholisch – vereint in der Arbeit des Wiederaufbaus dieser Häuser in den Ninive-Ebenen, in der Wiederherstellung der Hoffnung in den Herzen der Bewohner dieser Dörfer und die Bitte an diejenigen, die diese Dörfer verlassen haben, zurückzukehren.“ Der Erzbischof gedachte der wichtigen Rolle KIRCHE IN NOT‘s bei der Entstehung dieser Initiative: „Wir möchten uns bei KIRCHE IN NOT für die große Hilfe und die Bereitstellung von Lebensmitteln in der Vergangenheit, bedanken. Jetzt spielt dieses Hilfswerk eine entscheidende Rolle bei dem Wiederaufbau unserer Häuser.“

Das Prinzip der Einheit und das Sprechen mit „einer Stimme“ ist die Quelle einer großen Freude für Pater Andrzej Halemba, der für das Nahost-Referat zuständig ist. KIRCHE IN NOT wird die Arbeit des Ausschusses genau verfolgen, allerdings nur in der Anfangsphase. In den nachfolgenden Stadien wird sich KIRCHE IN NOT auf die Suche möglicher Finanzierungsquellen beschränken - vor allem von großzügigen internationalen Wohltätern. „Was wir getan haben, um die Initiative zu unterstützen, haben wir nicht des Geldes wegen getan“, sagt Pater Halemba, sichtlich zufrieden bei der Unterzeichnung des Abkommens, „Wir haben es getan um sicherzustellen, dass die Christen im Irak bleiben können. Wir arbeiten für Gott.“

Der syrisch-katholische Erzbischof Yohanna Petros Mouche von Mossul unterstrich hinsichtlich der Einigkeit zwischen den christlichen Kirchen: „Ich möchte die Christen der Ninive-Ebene dazu einladen, in ihre Heimat zurückzukehren und wieder in ihren Dörfern zu leben, um das Christentum zu bezeugen. Heute schließen wir uns zusammen, um zu zeigen dass wir in unserem Wunsch vereint sind, mit der Durchführung des Unternehmens so schnell als möglich zu beginnen. 

Der Mut der drei christlichen Kirchen diesen Schritt zu wagen, ist die Antwort auf den Mut der Christen, die sich entschieden haben im Irak zu bleiben. Dies wurde von dem chaldäisch-katholischen Bischof Mikha Pola Maqdassi von Alqosh ausgedrückt, der sagte: „Heute haben wir unser Einverständnis zum Wiederaufbau der Häuser in unseren zerstörten Dörfern gegeben. Das ist ein tapferer Schritt vorwärts, der uns große Freude bereitet und die Christen dazu ermutigt, in ihren Dörfern und im eigenen Land zu bleiben.“

Der syrisch-orthodoxe Metropolit Nicodemus Daoud Matti Sharaf von Mosul, Kirkuk und Kurdistan richtet einen Appell an alle internationalen Wohltäter: „Wir sind die Wurzeln der Christenheit. Wir müssen in unserem Land bleiben. Wir müssen als Zeugen für Jesus Christus in diesem Land, im Irak und vor allem in der Ninive-Ebene bleiben. Die Aufgabe des Wiederaufbaus aller Häuser in den Dörfern, in denen ISIS alles zerstört hat, ist wirklich eine enorme Herausforderung. Vielen Dank im Voraus all denen, die uns helfen werden.“ 

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  • Herr Jesus Christus,
    wir denken an die Menschen,
    die für ihren Glauben leiden,
    die für ihre Hoffnung bedrängt werden,
    die für ihre Treue zu dir sterben.

    Wir danken dir,
    dass diese Menschen uns zeigen,
    wie wertvoll unser Glaube ist.
    Gib uns die Gnade,
    dass ihr Zeugnis in unserem
    Leben fruchtbar wird.
    Amen.