Kirchen befürchten Beschlagnahme

Israel

Der Gesetzentwurf, der eine Beschlagnahme von Kircheneigentum in Israel ermöglichen könnte, sei "ein systematischer und beispielloser Angriff gegen Christen" im Heiligen Land. Er verstoße gegen "die elementarsten Rechte“ und untergrabe „das empfindliche Beziehungsgeflecht", das über Jahrzehnte zwischen den christlichen Gemeinschaften vor Ort und dem jüdischen Staat aufgebaut wurde. Dies schreiben die Vertreter der für die Verwaltung des Grabeskirche zuständigen Kirchen in einem Brief an Benjamin Netanyahu, in dem sie den israelischen Ministerpräsidenten darum bitten, das Gesetz zu blockieren, da man sich ansonsten gezwungen sehe, „auf die gleiche Weise zu handeln". Der Brief trägt die Unterschriften des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem Theophilos III., des armenisch-apostolischen Patriarchen Nurhan Manougian und des Kustos im Heiligen Land, Pater Francis Patton OFM.

Das Schreiben der drei christlichen Religionsvertreter lässt die Kontroverse mit der israelischen Regierung wieder aufleben, die Ende Februar zur einer dreitägigen Schließung der Grabeskirche im Zeichen des Protests (25. bis 27. Februar) geführt hatte. Zuvor hatte eine Kommission sich mit dem strittigen Thema der kirchlichen Immobilien befasst, die für eine lange Zeit - bis zu 99 Jahre – vermietet und der Nationalen Jüdischen Stiftung zur Verfügung gestellt worden waren und die dann von den Kirchen zur Bewältigung der eigenen Schulden, an große private Eigentumsgruppen verkauft worden waren. Das israelische Parlament hatte sich seit einiger Zeit mit der Möglichkeit befasst diese Immobilien zu beschlagnahmen, um mögliche Eigentumskonflikte zu vermeiden, vor allem um die der bestehenden Mieterinteressen zu schützen. Das israelische Parlament arbeitet seither an einer Gesetzesvorlage, die die Enteignung dieser Grundstücke durch den Staat Israel möglich machen könnte. I m Februar hatten die Vertreter der Ortskirchen die Proteste ausgesetzt, nachdem die israelische Regierung versprochen hatte, Verhandlungen mit den betroffenen kirchlichen Parteien über das strittige Thema aufzunehmen. Jetzt berichten die drei Unterzeichner des Briefes an Netanjahu, dass man aus den Medien erfahren habe, dass die von ihnen angefochtene Gesetzesvorlage nicht archiviert wurde, sondern dem Ministerrat bald zur Genehmigung vorgelegt werden soll.

Die israelische Parlamentarierin Rachel Azaria, die den Gesetzentwurf eingebracht hatte, antwortete unterdessen auf das Schreiben der Kirchenvertreter, und bekräftigte, es gehe nur darum die Mieter zu schützen, die in Häusern wohnen, die auf Kirchengrundstücken gebaut wurden und nicht um mögliche Spekulationen. Die Abgeordnete betont auch, dass der neue Entwurf des Gesetzes allgemeine Garantien für den Schutz für private Hauseigentümer bieten soll, deren Haus auf potenziell strittigen Grundstücken gebaut wurde und enthalte keine spezifische Hinweise auf kirchliche Güter. (Quelle: Fidesdienst, Foto: Berthold Werner/wikipedia)

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