Erneut katholischer Priester getötet

Mexico

In der nordmexikanischen Grenzstadt Tijuana ist am Sonntagnachmittag (Ortszeit) ein entführter Priester tot aufgefunden worden. Icmar Arturo Orta, Pfarrer der Gemeinde San Luis Rey de Francia, galt seit Freitag als vermisst. Nach Polizeiangaben wurde die Leiche des Ermordeten unweit des Pazifikstrandes in einem Auto mit gefesselten Händen und Füßen entdeckt. Zahlreiche "Anzeichen von brutaler Gewalteinwirkung", darunter Einschüsse, seien am Körper des Toten sichtbar gewesen.

In einer Botschaft an die Gläubigen drückte der Erzbischof der Diözese Tijuana, Francisco Moreno Barron, seine Trauer über den Mord an Orta aus: "Der Tod von Pater Arturo ist ein großer Verlust für unsere Erzdiözese". An die Gemeinde von Arturo gewandt sagte er: "Er wird unter euch weiterleben. In eurem Geist und in euren Herzen ist er weiterhin am Leben." Die Behörden würden derzeit die Hintergründe der Bluttat ermitteln.

Tijuana gilt derzeit als einer der Gewalt-Hotspots in Mexiko: Die traurige Rekordzahl von 781 Morden aus dem Jahr 2017 wurde laut Angaben der lokalen Tageszeitung "La Frontera" im laufenden Jahr bereits bis Mitte September überboten, wodurch sich die etwa 1,6 Millionen Einwohner zählende Zwillingsstadt zur kalifornischen Metropole San Diego (USA) knapp sieben gewaltsame Todesfälle pro Tag ereignen. Die Täter und Drahtzieher werden in den wenigsten Fällen gefunden.

Weiterhin bezeichnet die Hilfsorganisation "Kirche in Not" Mexiko als das gefährlichste Land für Priester: Seit Anfang 2018 wurden in dem mittelamerikanischen Staat bereits sieben Priester getötet. Weltweit beläuft sich die Zahl der heuer ermordeten Priester auf 29. Der mexikanische Ordensmann Omar Sotelo Aguilar, Leiter des "Centro Catolico Multimedial", sprach vor zwei Monaten bei einer Konferenz in Mexiko-Stadt von einer neuen Art der Verfolgung von Klerikern, die noch gefährlicher sei als während des "Cristiada"-Bürgerkrieges der Jahre 1926 bis 1929.

Priester würden von der organisierten Kriminalität besonderes oft als Anschlagsziele gewählt, da sie die stabilisierenden Faktoren der Gemeinschaften vor Ort bildeten, erklärte Sotelo Aguilar. "Mit ihrer Ermordung sorgt man für Angst und Schrecken." Nicht übersehen dürfe man jedoch auch die um ein Vielfaches höhere Zahl von Erpressungen, Einschüchterungen und Drohungen gegen Kirchenvertreter. Allein in der ersten Monaten des Jahres 2018 seien landesweit 850 derartige Erpressungen und Todesdrohungen registriert worden. (Quelle: kathpress.at,

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