Bereits 9 Monate verschwunden

Malaysia

In Malaysia fehlt auch neun Monate nach dem Verschwinden einen Geistlichen noch jede Spur von ihm. Maskierte hatten Pastor Raymond Koham 13. Februar nahe der Hauptstadt Kuala Lumpur auf offener Straße entführt. Die Untersuchungen der Polizei blieben bislang erfolglos. Zwar verhaftete man vier Verdächtige, ließ sie jedoch nach 13 Tagen wieder frei. Augenzeugen erkannten die Männer bei einer Gegenüberstellung nicht wieder. Im Mai wurde bekannt, dass die Behörden stattdessen untersuchten, ob Koh Muslime bekehrt habe. Das gesamte Verhalten der Polizei löste Gerüchte aus, hinter der Entführung könne die Regierung selbst stecken. Die Ehefrau von Raymond Koh, Susanna Liew, sagte im Juni gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian (Der Wächter): „Ich kann nicht ausschließen, dass mächtige Männer involviert sind oder zumindest mehr wissen, als sie zugeben.“ Seit dem 31. Oktober führt nun die Menschenrechtskommission Malaysias Untersuchungen durch. Der ehemalige Polizei-Generalinspektor, Khalid Abu Bakar, sagte dort aus, er glaube nicht, dass die Entführung von „Professionellen“ durchgeführt worden sei. Doch er wirft den Behörden zu langsames Handeln vor. Die Polizei habe die Augenzeugen zu spät befragt und damit wertvolle Zeit verloren. Auch der Anwalt der Familie Koh, Gurdial Singh, kritisiert die Arbeit der Polizei. Es sei die Familie Koh gewesen, die das Videomaterial zur Entführung aus den umliegenden Überwachungskameras gesammelt habe. Die Christen in Malaysia zeigen große Anteilnahme. Sie hielten in den vergangenen Monaten mehrere Mahnwachen bei Kerzenlicht ab und beteten für Koh. Auf der Internetplattform change.org haben bislang 7.000 Personen eine Petition unterschrieben und die Polizei aufgefordert, mehr für die Aufklärung zu tun. Im südostasiatischen Malaysia besteht laut Verfassung Religionsfreiheit. Der Islam ist Staatsreligion. Von den 31,7 Millionen Einwohnern sind rund 61 Prozent sunnitische Muslime, 20 Prozent Buddhisten, neun Prozent Christen und sechs Prozent Hindus. (Quelle: idea)

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    unsere Brüder und Schwestern,
    die wegen ihres Glaubens
    benachteiligt und verfolgt werden.
    Gib ihnen Kraft, damit sie
    in ihrer Bedrängnis die Hoffnung
    nicht verlieren.
    Amen.