IS-Attentat auf koptische Pilger

Ägypten

Am 2. November sind mindestens sieben Todesopfer und 19 zum Teil schwer Verletzte betroffen, berichtet CBS KULTUR INFO. Das Attentat auf die drei Busse mit Pilgern ereignete sich unweit der Stelle, wo im Mai 2017 an die 30 koptische Pilger – darunter viele Kinder und Jugendliche – bei einem ähnlichen Überfall von islamistischen Terroristen ermordet worden waren. Die Beerdigung der Toten in der oberägyptischen Stadt Al-Minya am 3. November sei in einen Protest der versammelten Menschenmenge umgeschlagen, berichtete die Zeitung "Al-Ahram". Die Trauernden trugen laut Bericht ein grosses Holzkreuz. In Sprechchören riefen sie unter anderem "Wir werden sie rächen oder sterben wie sie". Ferner riefen sie die ägyptische Regierung zum Handeln auf.

Koptisch-orthodoxer Papst-Patriarch Tawadros II: "Wir beten auch für die Mörder."

Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. betonte in einer Videobotschaft, das jüngste Attentat werde die koptischen Christen nur stärker machen. Wörtlich stellte der Patriarch fest: "Wir beten auch für die Mörder. Sie sollen sich keine Illusionen machen: All der Schmerz, den sie verursachen, wird absolut nichts bewirken". In einem verwirrten Statement der IS-Terroristen hiess es, das Attentat auf die Pilger in der Provinz Minya sei die Rache für die "Einkerkerung unserer keuschen Schwestern durch die ägyptischen Behörden". Der ägyptische Staatspräsident Abd-el-Fattah al-Sisi kondolierte dem koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen telefonisch und sagte, er sei "zutiefst betrübt". Auf Twitter stellte al-Sisi fest, das Ziel der Terroristen sei es, die "solide Einheit der ägyptischen Nation" zu erschüttern. Nach Ansicht von politischen Beobachtern ging es den islamistischen Terroristen vor allem darum, im Hinblick auf das am 3. November in Sharm-el-Scheich eröffnete "Weltjugendforum" das Image des ägyptischen Staatschefs als "Schützer der Christen" zu verdunkeln.

Zweites islamistisches Attentat beim einsamen Wüstenkloster

Tatsächlich ist das Attentat Abend des 2. November bereits der zweite islamistische Anschlag auf Pilger, die zum einsamen Wüstenkloster des Heiligen Samuel des Bekenners unterwegs waren oder es verlassen wollten. Vor dem ersten Anschlag in der Provinz Minya hatten sich die blutigen Attentate auf koptische Kirchen in Kairo, Alexandrien und Tanta ereignet, die insgesamt mehr als 100 Todesopfer forderten. Nach den Anschlägen wurden die Sicherheitsmassnahmen für christliche Kirchen und sonstige Einrichtungen verstärkt. Trotzdem gelang es den Islamisten am Freitagabend wieder, drei koptische Pilgerbusse zu überfallen. Die Hauptstrasse zum St. Samuel-Kloster war nur für Pilger offen, die Terroristen benützten unbefestigte Wege, um in die Nähe des Klosters zu gelangen.

Provinz Minya, am meisten vom islamistischen Terror bedrohte Provinz Ägyptens

Minya ist eine der am meisten vom islamistischen Terror bedrohten Provinzen Ägyptens. Das hängt damit zusammen, dass mindestens 40 Prozent der Bewohner der Provinz Christen sind, sowohl Orthodoxe als auch eine römisch-katholische und eine evangelische Minderheit. Es kommen immer wieder islamistische Attacken auf Kirchen und auf Wohnhäuser und Geschäfte von Christen vor. Den Sicherheits- und Justizbehörden in der Provinz Minya wird vorgeworfen, dass sie noch immer auf die seit den 1960er-Jahren üblichen "Versöhnungstreffen" zwischen Christen und Muslimen setzen, wenn es zu Gewalttaten kommt, statt die Schuldigen auszuforschen und zu bestrafen.

Die am 2. November getöteten Pilger hatten sich auf der Rückfahrt in ihre Heimatprovinz Sohag befunden, wie Auxiliarbischof Makarios von Minya mitteilte. Die Fahrzeuge fuhren im Konvoi, als es zu dem Überfall durch die Islamisten kam. Bei der Beisetzung der Opfer – die nach orientalischem Brauch bereits am Samstag erfolgte – kam es zu Protesten gegen die mangelnde Effizienz der ägyptischen Sicherheitsbehörden, die "zu den am besten ausgerüsteten der Welt" gehören. Bischof Makarios versuchte, die Menge zu beruhigen; niemand werde die Einschüchterung der Christen und das Blutvergiessen hinnehmen, betonte er.

Al-Azhar-Universität: Täter bar "grundlegender menschlicher und religiöser Werte“.

Die sunnitische Al-Azhar-Universität verurteilte den jüngsten Anschlag in der Provinz Minya als "feige". Die Täter seien bar der "grundlegenden menschlichen und religiösen Werte“. Denn diese Werte würden es erfordern, den Frieden zu fördern, Hass und Gewalt jedoch zu verurteilen. (Quelle: CBS KULTUR INFO und APD)

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  • Gott, nach dem geheimnisvollen
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    Gib unseren Schwestern und
    Brüdern, die ihren Glauben mutig
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    Christi das Kreuz zu tragen und auch
    in der Drangsal ihren christlichen
    Glauben zu bewahren.
    Amen.